Loading...
Start2017-04-04T00:25:28+00:00

Lust auf was Besonderes?

Shiitakesoup

Besondere Zutaten auf einfache Art zuzubereiten, bringt die Stars manchmal richtig groß raus. Diese Suppe mit Shiitake und Erbsenkresse ist einfach zu kochen und umwerfend köstlich, ein Juwel am Abend oder ein Appetitmacher für weitere Gänge. Mit etwas frischem Brot ist sie eine gute-Laune-Hauptmahlzeit. Wer weder Shiitake noch Erbsenkresse bekommt, macht einfach eine unprätentiösere Variante mit Champignons und einer anderen Kressesorte oder Sojasprossen.

Shiitake mushrooms

Shiitake

SHIITAKESUPPE

mit Erbsenkresse und Pumpernickel

mushrooms and spices

für zwei Personen als kleine Hauptmahlzeit oder Abendessen

oder für vier Personen als Vorspeise

ZUTATEN:

250 g Shiitake

1 Zwiebel

1 Stückchen Ingwer

etwas Butter zum Andünsten

2 TL brauner Zucker

1 TL Kurkumapulver

ca. 50 g Erbsenkresse

1 Scheibe Pumpernickel (sehr grobes, dunkles Körnerbrot)

200 g süße Sahne mit Wasser 1:1 gemischt

Salz und Pfeffer nach Geschmack

ZUBEREITUNG:

Die Shiitakepilze nach Bedarf putzen und in Scheiben schneiden. Die Erbsenkresse bis auf ein paar Stengel, die der Dekoration dienen, grob klein schneiden.

Die Zwiebel und den geschälten (oder wie ich es immer mache abgeschabten) Ingwer sehr fein würfeln. Beides in etwas Butter bei mittlerer Hitze geduldig andünsten. Die Zwiebel soll keine Farbe annehmen.

In der Zwischenzeit kann schon die Pumpernickelscheibe grob zerbröselt werden und mit etwas Butter in einer Pfanne kross gebraten werden.

Den braunen Zucker im Zwiebeltopf untermischen und in ein paar Minuten karamellisieren. Die Pilzscheiben dazu geben und alles weiter dünsten, bis die Shiitake etwas zusammengefallen sind.

Jetzt kommt das Kurkumapulver dazu und wird für wenige Sekunden mit angedünstet. In diesem Moment sollte man den Vorgängen im Topf die ganze Aufmerksamkeit schenken (nixi Handy). Der Kurkuma brennt leicht an. Das Aroma verändert sich durch das Andünsten und ich hänge in dieser Phase immer mit der Nase über dem Topf. Es riecht einfach toll. Die geschnittene Erbsenkresse wird auch noch ein paar Sekunden mit erhitzt und jetzt muss zügig mit der süßen Sahne die Flüssigkeit dazu. Den Becher von der Sahne mit Wasser füllen und dieses ebenfalls dazu geben. Man kann das 1:1 Sahne/Wasser-Gemisch auch schon vorher vorbereiten, damit es in dieser Phase schnell gehen kann.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mit etwas roher Erbsenkresse und dem angerösteten Pumpernickel servieren.

Wer etwas über die Pilzzucht wissen will, kann ja mal hier schauen…

Shiitakesuppe

Nicht jeder mag Pumpernickel und es geht natürlich auch ohne.

Würdevolles Gnadenbrot für Weihnachtsreste

Spekulatiuskuchenstück auf blauem Teller

Weihnachten ist vorbei und hier liegen immer noch Spekulatius herum. So richtig Lust hat jetzt keiner mehr da drauf und das ist ziemlich ungerecht. Es sind ja nach wie vor sehr leckere Dinger. Vielleicht müssen sie nur etwas transformiert werden, damit sie wieder Lockstoff sind.

SPEKULATIUSKUCHEN

Spekulatiuskuchen-in-der-Form
Spekulatiuskuchen

Dann wird jetzt nicht mehr lang gefackelt, bevor noch jemand kommt und die letzten Spekulatius aufstöbert und pur isst. Der Kuchen ist supereinfach. Deshalb reichen nach der allgemeinen Weihnachtserschöpfung die Kräfte dafür sicher noch.

Spekulatiuskuchen

für eine große Napfkuchenform:

ZUTATEN:

4 Eier (M)

250 g brauner Zucker

100 g Spekulatius

eine Prise Salz

250 g Butter + etwas für die Form

150 g Mehl + etwas für die Form

30 g Speisestärke

2 gestrichene TL Backpulver

1 EL Cointreau

für den Guss:

150 g Puderzucker

3 EL Cointreau

ZUBEREITUNG:

Alle Zutaten sollten auf Zimmertemperatur sein.

Den Backofen auf 180° C vorheizen.

Eine große Napfkuchenform mit etwas Butter auspinseln und mit Mehl bestäuben.

Die Butter bei geringer Hitze zerlassen. Die Spekulatius mit der Küchenmaschine oder dem Nudelholz grob zerkleinern. Das Mehl, das Backpulver, die Speisestärke und die Spekulatiusbrösel miteinander vermischen. Die Eier mit dem Zucker und der Prise Salz geduldig hell cremig schlagen. Die abgekühlte Butter und einen Esslöffel Cointreau bei mittlerer Geschwindigkeit unter die Eiermasse mixen. Zum Schluss die Mehlmischung bei niedrigster Stufe schlampig und kurz mit der Eiermasse vermischen.

Den Teig in die Form geben und gegen Luftblasen einmal entschlossen aufstossen. Den Kuchen bei 180° C 45-50 Minuten backen. Stäbchenprobe.

Nachdem der Kuchen ein kleines Weilchen abgekühlt ist, auf eine Platte stürzen und weiter erkalten lassen.

Für den Guss den Puderzucker mit dem Cointreau anrühren und den Kuchen damit bekleckern, beträufeln, bestreichen….was immer das Herz begehrt.

Natürlich geht es auch ohne Guss. Der gute alte Puderzuckerstaub ist immer schön und ein bisschen weniger Zucker. Alkoholfrei ist es dann natürlich auch. Im Teig lässt sich ebenfalls einfach auf den Alkohol verzichten.

Spekulatiuskuchen
Spekulatiuskuchen mit Guss
By |Mittwoch, Januar 2, 2019|Categories: Rezepte, Süßes, Winter|Tags: , , , |3 Comments

Über das Kraut

Raspelmaschine im Sauerkrauthaus

Ein Sonntagmorgen im Oktober in Offenbach-Bürgel. Die Maschine wartet geduldig im eigens für ihre Arbeit gebauten Häuschen auf dem Gelände der Gärtnerei Lang. Sie hat schon viele Jahre auf dem Buckel und kommt mir vor wie ein treues Pferd. Es ist ein schöner, sonniger Herbsttag und die Weißkohlköpfe erwarten ihr Schicksal.

Weißkohl
Weißkohl schneiden

Ulrike Lang bekommt heute Hilfe von Dirk Schneck, seines Zeichens Küchenchef und Mitinitiator vom Sterne-Kochclub Deutschland, der in Offenbach Kurse für allerlei Kochfertigkeiten gibt. Er trimmt den Kohl zurecht und weil das eine ganze Menge Köpfe sind, gehe ich eine Runde spazieren und besuche die Orte, die vor kurzem noch so üppig bewachsen waren.

Weißkohl im Bottich
verlassenes Anzuchthaus

Das Anzuchthäuschen sieht sehr aufgeräumt aus. Für das nächste Jahr soll hier eine bessere Heizung rein, denn die Arbeit beginnt früh im Jahr, wenn es noch kalt ist.

Im Anzuchthaus

So sah es hier im Mai aus.

Kraeuter im Folienhaus
Erde im Folienhaus
verwaistes Gurkenhaus

Im Kräuterhaus findet immer noch die Runde von Einsaat und Ernte der Kräuter und Pflücksalate statt. Aber im Auberginen- und Gurkenhaus ist bis auf die Peperoni alles abgeräumt. Im Tomatenhaus ist auch schon frische Erde für das nächste Jahr.

Freiland im Oktober

Im freien Gelände wachsen Kräuter für das nächste Frühjahr in mit Bretterwänden eingefassten Beeten. So können sie bei Kälte abgedeckt werden.

Ich genieße den schönen Tag aber Ulrike lässt die strahlende Oktobersonne nur müde seufzen. Das Jahr war viel zu trocken und auch der Herbst bringt nicht genug Regen.

Kohlblatt mit Wasserperlen

Es muss immer noch gegossen werden und der Kohl glitzert in den tiefstehenden Sonnenstrahlen.

Kohlfeld

Brokkoli

Gruenkohlfeld

Grünkohl

Die Raspelmaschine rattert jetzt. Sie hat eine Scheibe mit drei Messern in ihrem Bauch, die sich dreht und den Kohl in feine Streifen schneidet.

Raspeln
Kohlschnipsel
gemeinsames Arbeiten an der Sauerkrautmaschine
Kohl einlegen

Ulrike macht in diesem Jahr schon zum zweiten mal Sauerkraut. Wie gut alles gelingt hängt von vielen Faktoren ab, – der Temperatur, der Qualität des Kohls, der Salzmenge und wahrscheinlich auch der liebevollen Zuwendung. Das Fermentieren von Lebensmitteln ist eine uralte Kulturtechnik die früher in Zeiten ohne Kühlschrank überlebenswichtig war. Milchsäurebakterien zersetzen Teile der Pflanzen und sind verantwortlich für die Säure. Wir sind von vielen fermentierten Lebensmitteln umgeben, ohne dass uns das immer so klar ist: Wein, Bier, Käse, Joghurt, Brot und noch so einiges.

Holzstampfer Sauerkrautmaschine
Bottich rausholen

Das geraspelte Kraut wird zwischendurch immer wieder mit einem Schwung Salz versorgt. Ulrike scheint das alles nach Gefühl zu machen, aber die Salzpäckchen stehen ordentlich aufgereiht an der Seite. Sie hat ausgerechnet, wie viel sie braucht.

Weisskohl salzen
Sauerkraut stampfen

Ulrike stellt sich schließlich mit Gummistiefeln in den Tontopf und stampft eine dünne Lage Kraut. Dirk Schneck legt nach und ab und zu rieseln von oben noch ein paar Wacholderbeeren hinterher. Ulrike stampft wie der Frosch in der Milch, der das solange tut, bis das entstandene Butterklümpchen ihn rettet und er ins Freie hüpfen kann. Im zukünftigen Sauerkraut entsteht durch Stampfen und Salz Wasser und Schaum. Der Tontopf füllt sich unter Ulrikes Füssen.

Sauerkraut stampfen
Sauerkraut stampfen
Sauerkraut stampfen

Ulrike sammelt die Sauerkrauttontöpfe schon seit über 20 Jahren. Manche älteren Leute haben noch welche im Keller stehen. Früher hat man in vielen Haushalten Sauerkraut selber hergestellt und auch anderes Gemüse eingelegt. Schade, dass das heute kaum noch jemand macht. Das Wissen, wie es funktioniert, verschwindet. In letzter Zeit kommt aber wieder Interesse daran auf. In den USA gibt es regelrechte Fermentierungsgurus. Viele erforschen das Gebiet neu und wer Lust hat, sich damit zu beschäftigen findet in „Die Kunst des Fermentierens“ von Sandor Ellix Katz einen profunden Wissensschatz. Auch die japanische Küche, die viele immer mehr für sich entdecken, hat mit wesentlichen Zutaten wie Miso und Sojasoße fermentierte Würzmittel im Grundprogramm.

Sauerkrautansatz

Der erste Topf ist fertig und beherbergt jetzt etwa 75 kg Kraut. Im Laufe des Gärprozesses in den nächsten 4 – 6 Wochen „verschwindet“ ein Drittel davon irgendwohin. Während die Milchsäurebakterien fleißig ihre Arbeit machen, muss in der Zeit noch ein paar mal der obere Bereich des Ansatzes gereinigt werden.

Maschine mit Tuch

Die zweite Runde beginnt. Insgesamt machen Ulrike und Dirk an diesem Tag zwei und einen halben Tontopf voll. Es ist nicht wirklich zum Geld verdienen, sagt Ulrike, eher ein Hobby.

Steine waschen

Die Steine dienen dazu, den Deckel über dem Kraut zu beschweren. Damit keine „falschen“ Organismen ins Kraut gelangen, werden sie vorher sorgfältig gereinigt.

Pause machen
Raspelmaschine
Raspelmaschine von oben
fleissige Maschine
Blaetterabdeckung

Das gestampfte Kraut wird mit großen Weißkohlblättern abgedeckt.

Abdecken mit Blaettern
mit Tuch abdecken

Dann kommt ein blitzesauberes Tuch drauf…

Deckel auf das Kraut

…und zum Schluss ein Deckel und Steine zum Beschweren.

Steine auf den Deckel
Schneidemesser

Dann steht das Messer still und es bleibt nur noch das Aufräumen.

Schnittmesser
Schnittmesser ausgebaut
Maschine abspritzen
Stiefel im Bottich
Brett reinigen
alles sauber
Beutel mit Sauerkraut

6 Wochen später, ungefähr so lange, wie auch dieser Bericht gereift ist, gibt es das fertige Sauerkraut am Stand der Langs zu kaufen. Bis Weihnachten möchte Ulrike gerne alles verkauft haben, denn im neuen Jahr ist erstmal Winterpause. Im März kommen die Langs mit ihrem Stand wieder auf den Markt, – dann mit frischen Kräutern. Ich werde noch mal schnell Sauerkraut einkaufen, bevor alles weg ist…..und auf dem Flohmarkt die Augen aufhalten nach großen Tontöpfen.

Die anderen Berichte über die Gärtnerei Lang findet ihr hier:

Bevor es auf den Teller kommt, muss es erstmal wachsen

Über Hummeln und andere Helfer

Im Dschungel, in der Dürre

Trauer im Gurkenhaus

Zum Sterne-Kochclub-Deutschland gehts hier

By |Donnerstag, Dezember 13, 2018|Categories: Foodish Talk, Geschichten vom Essen, Herbst, Offenbach|Tags: , , , , , |0 Comments

Alle Quitten bitte lächeln – cheese

ein Stück Quittencheesecake

Ich liebe Cheesecake. Es ist die amerikanische Form von Käsekuchen und ich finde ihn viel saftiger als unsere Käsekuchenart, die mit Quark gemacht wird. Dieser Quittencheesecake besteht aus einer Mischung von Frischkäse und griechischem Sahnejoghurt. Der Frischkäse ist bereits gesalzen und gibt dem Ganzen diesen leicht salzigen Touch. Ich mag das sehr. Im Rezept wird sogar noch etwas Salz zusätzlich dazu getan. Wem das zuviel ist, kann das natürlich einfach weglassen. Ausserdem könnt ihr auch mit der Fruchtart experimentieren. Ob es jetzt Quitte ist oder Brombeere, Himbeere oder sonst etwas in ähnlicher Konsistenz spielt keine große Rolle.  Das Topping ist austauschbar. Auch der Boden ist leicht abzuwandeln. Es geht zum Beispiel auch gut mit Keksen anstelle von Zwieback. Dann ist nur die Zuckermenge eventuell zu korrigieren.

QUITTENCHEESECAKE

Quittencheesecake

Cheesecake mit Quittenmus und Walnüssen.

ein Stück Quittencheesecake

Cheesecake mit Quittengelee und Schokostreuseln.

ZUTATEN:

für den Boden:

90 g Zwieback

30 g Walnüsse

30 g Haferflocken

60 g zerlassene Butter

40 g Zucker

für den Belag:

525 g   Frischkäse (ich habe Philadelphia genommen)

450 g stichfester griechischer Sahnejoghurt

200 g Zucker

1/4 TL Salz

3 Eier

1 EL Stärke

3 EL Quittenmus bzw. Quittengelee

extra:

Quittenmus oder Gelee und geriebene Walnüsse oder Schokolstreusel für oben drauf

ZUBEREITUNG:

Diese Quittentorte ist für eine 26 cm Springform berechnet.

Ofen auf 200° C vorheizen.

Für den Boden die Walnüsse grob hacken, den Zwieback mit dem Nudelholz oder der Küchenmaschine zerbröseln und alle Zutaten miteinander vermischen. Die Masse auf dem gefetteten Boden der Springform verteilen und etwas fest drücken. Bei 200° C 10 Minuten backen. Den gebackenen Boden vollständig auskühlen lassen.

Zwei Bahnen Alufolie kreuzweise übereinanderlegen, die Backform drauf setzen und fest mit der Folie umschließen.

Für den Belag den Frischkäse, den Joghurt, das Salz, die gesiebte Stärke und den Zucker mixen. Kurz die Eier dazu mischen. Die Masse nicht so lange mit dem Mixer bearbeiten. Es sollen keine Luftbläschen entstehen, die später dazu führen können, dass der Kuchen Risse bekommt.

Das Quittenmus bzw. das Gelee in groben Schlieren unter die Masse ziehen und das Ganze auf dem vorgebackenen Boden verteilen.

Wie das Quittenmus ganz leicht selbst herzustellen ist, beschreibe ich hier.

Die Form in ein tiefes Backblech stellen und heißes Wasser hinein gießen. Die Form sollte etwa 3 cm im Wasser stehen. Das Wasser sorgt für mehr Feuchtigkeit im Ofen und gleichmäßige Hitzeverteilung.

Bei 180° C ca. 50 Minuten backen. Die Mitte des Cheesecakes kann noch etwas feucht aussehen. Den Ofen ausschalten und den Cheesecake noch eine Stunde im Ofen lassen, ohne die Ofentür zu öffnen.

Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und mit einem Messer an den Rändern von der Form lösen. Weiter abkühlen lassen und schließlich mehrere Stunden im Kühlschrank durchziehen lassen, am besten über Nacht.

Quittenmus bzw. Gelee auf dem Cheesecake verteilen und mit Haselnüssen bestreuen oder wer es mag mit Schokoladenstreuseln.

Die Torte hält sich mindestens eine Woche im Kühlschrank.

Mehr über Quitten ist hier zu lesen.

Quittencheesecake
By |Donnerstag, November 8, 2018|Categories: Festlich, Herbst, Rezepte, Süßes|Tags: , , , , , , , |0 Comments

Trauer im Gurkenhaus

verbrannte Zweige ragen in den Himmel

Anfang September ist ein Teil der schönen alten Hecke abgebrannt. Als Ulrike und Joachim von der Polizei aus dem Schlaf geweckt wurden, brannte es schon lichterloh. Die Feuerwehr hatte gerade noch verhindern können, dass das Feuer auf das Gewächshaus neben der Hecke übergriff. Jetzt ragen die verkohlten Äste in den Himmel und sehen aus, als flehten sie um Erbarmen. Der mörderisch heiße Sommer, der Kampf gegen das Austrocknen der Felder und Pflanzen, jetzt die jammernde Hecke mit ihrer tiefen Wunde…das alles hat den Langs reichlich zugesetzt.

Das üppige grüne Wachstum in den Gewächshäuser neigt sich dem Ende zu. Doch das ist Teil des bekannten Zyklus‘.

Wer die ersten drei Berichte über die Gärtnerei Lang noch nicht kennt und die Hecke gesund und intakt sehen will, kann das hier nachholen:

  1. Bevor es auf den Teller kommt, muss es erstmal wachsen
  2. Über Hummeln und andere Helfer
  3. Im Dschungel – in der Dürre
verbrannte Zweige der Hecke
die verbrannte Hecke
Felder mit Kohl und verbrannter Hecke

Die Felder neben dem Brand haben es ganz gut überstanden. Der Grünkohl sieht zwei Wochen später propper und gesund aus. Übrigens: die überlieferte Gepflogenheit, Grünkohl erst nach dem ersten Frost zu ernten ist mittlerweile überholt. Ursprünglich sollte damit ein erhöhter Zuckeranteil im Kohl erreicht werden. Die Sorten sind aber inzwischen so gezüchtet, dass der Kohl auch schon vor dem Frost geerntet werden kann.

Gruenkohlblatt im Freiland
Freilandfelder mit Kräutern im September
Freiland mit Gewächshaus im September

Anfang September ist es immer noch sehr heiß und die Pflanzen müssen ausdauernd bewässert werden. Die Felder sind voll mit Kohl, Salat und Freilandkräutern.

Erntehocker und Mangold
Salat im Freiland
Radicchio
Zuckerhut
Zuckerhut

Ich wundere mich immer wieder darüber, wie schön Salat aussehen kann. Diese Pflanze hier nennt sich Zuckerhut und kann als Salat und als Gemüse verwendete werden. Die Bitterstoffe werden gemildert, indem er in lauwarmem Wasser gewaschen wird. Er ist winterhart und damit ab Oktober ein guter Ersatz für die Salat- und Gemüsesorten, die es dann nicht mehr schaffen. Die Pflänzchen auf den Fotos sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht erntereif – aber bald.

Salbei

Salbei

Bohnenkraut mit Biene

Bohnenkraut mit Biene

Kapuzinerkresse mit roten Blüten

Kapuzinerkresse

Kurzer Besuch im Auberginenhaus…

Auberginenhaus
Schwarze Auberginen im Gewächshaus

… und weiter zu den geliebten Tomaten.

Tomatenhaus
Tomatenrispen
Im Tomatenhaus zwischen den Pflanzen
Tomatenrispe
halbreife Tomate

Ulrike erklärt mir, dass Rispen mit komplett roten Tomaten, die es überall zu kaufen gibt, eigentlich künstlich sind. Die Rispen werden abgeschnitten und die Tomaten reifen nach, so dass alle gleichmäßig rot sind. Normalerweise reift die Rispe Frucht für Frucht langsam durch.

Es riecht wunderbar nach Tomaten hier im Tomatenhaus. Der Geruch stammt aber gar nicht von den Tomatenfrüchten selbst, sondern von den grünen Pflanzenteilen, den Blättern und Stilen. Beim Ernten sind nach einiger Zeit die Hände voll mit den kleinen Häarchen, die auf den Pflanzen sind. Nicht nur grüner Daumen, sondern grüne Hände eben.

Tomatenfinger
Eimer mit Tomaten
Tomatenkisten auf dem Wagen

Doch nach all der Aufmerksamkeit für die prächtigen Tomaten tauchen hinter dunkelgrünen Blättern noch ganz andere Schönheiten auf. Diese leuchtenden orangen und roten Pepperonis sind die absoluten Stars. Wer sich über diesen Anblick nicht freuen kann, hat kein Herz.

gelbe Pepperoni am Busch
gelbe Pepperoni am Busch
gelbe Pepperoni am Busch
rote Pepperoni am Busch
Poblano

Dieses sind Poblanos, dunkelgrüne, fast schwarze Chilis mit mittlerem Schärfegrad.

Freiland mit Süßkartoffelpflanzen
Süßkartoffelfeld

Die Felder hinter den Nebengewächshäusern ein paar Schritte vom Hauptgelände entfernt sind mit dichtem Grün bewachsen. Was mal als kleines, niedliches Süßkartoffelpflänzchen angefangen hat, mit großem Abstand zur Nachbarpflanze, ist jetzt ein dichter, wuchernder Teppich geworden. Ulrike und Joachim mühen sich ab, die reifen Süßkartoffeln aus dem trockenen Boden zu buddeln.

Süßkartoffelernte
Süßkartoffelernte

Weiter hinten brüten dicke Kürbisse unter großen schattenspendenden Blättern vor sich hin. Die Blätter sind zum Teil schon welk und die Pflanze hat ihre ganze Kraft in diese Riesenbabies gesteckt.

Hokkaidokürbisse unter Blättern
drei Muskatkürbisse
schwarzer Kürbis
Kürbisse im Feld
Muskatkürbisse unter Blättern
Kürbis und Karre

Große –

Muskatkürbisnase
gelber Patisson

– und kleine Kürbisse

Kürbisse ernten
Hokkaido ernten
Kürbisse in Kisten
Gurkenhaus mit welken Pflanzen

Mitte September bietet sich im Gurkenhaus ein Bild des Jammers. Alles ist verwelkt und abgestorben. Die Pflanzen sind aus dem Boden gezogen, weil sie sich dann leichter abräumen lassen, wenn sie nur noch so schlaff in den Seilen hängen. Vorbei die üppige Gurkenpracht.

welke Gurkenpflanzen
welke Gurkenpflanzen
welke Gurkenpflanzen
vergessene Gurke

Nebenan geht das Leben weiter. Im Kräuterhaus wird ständig geerntet und neu eingesät. Joachim schneidet Borretsch.

Kräutergewächshaus
Borretsch ernten

Auf den Feldern beginnen die Wintervorbereitungen. Die Pimpinelle ist gesetzt für das Frühjahr. Daneben wächst Spinat. Die Pflanzungen werden mit Brettern eingefasst, damit sie später abgedeckt werden können. Der Pimpinelle geht es draußen unter Glas besser als im Gewächshaus, wo sie zu weich wird. Pünklich zu Ostern wird sie auf dem Markt sein.

Freiland im September
Pimpinellebeet
junge Pimpinelle
junger Fenchel

Junger Fenchel

Fenchelfeld
Komposterde in Schubkarre schaufeln

Der riesige Komposterdhaufen im Hof duftet nach zukünftigem Wurzelfutter für die Pflanzen. Der Boden in den Gewächshäusern wird fit gemacht für die nächste Runde.

grüne Saatmaschine

Ulrike zeigt mir ihren Fuhrpark von Sämaschinen, alle ohne Motor, weshalb mich der Begriff Maschine etwas irritiert. Bisher hatte ich nicht die leiseste Idee, wie die Pflänzchen so schön ordentlich in die Erde kommen und bin sehr fasziniert von den ausgeklügelten Systemen. Saatgröße, Reihenabstand, Saatabstand. War ja klar, dass die Samen nicht mehr einfach so auf den Acker gestreut werden.

Saatmaschinen
Handsäaer

Das ist die Kleinste von allen.

grosse Saatmaschine

Und das die Größte. Die Zahnräder können gewechselt und damit Abstände eingestellt werden. Die Tabelle hilft.

Zahnradtabelle
Saattrichter

Die Samen rutschen in dem Trichter in die kleinen Vertiefungen, immer einer pro Grübchen. Damit die stimmen, können auch die Rollen mit den Grübchen ausgetauscht werden

Saatgroessenrollen
Spuren im Acker
Arbeit mit Saeamaschine
Fussabdruecke im Acker

Für dieses Jahr wurde jetzt zum letzten mal eingesät.

Säaen

Nebenan geht es weiter mit der Ernte der Stangenbohnen. Joachim erklärt, man müsse sich um die Pflanze drumherum wühlen. Es dauert lange, bis die Erntekiste voll wird. Der Bohnenanbau ist sehr anstrengend und die beiden überlegen sich, ob sie im nächsten Jahr darauf verzichten.

Stangenbohnen ernten
Stangenbohnen ernten
Bohnen in der Kiste

Stangenbohnen müssen mit beiden Händen geerntet werden, damit der Stilansatz an der Bohne bleibt und kleine, unreife Bohnen nicht mit abgerissen werden.

Stangenbohnen ernten
Bohnen ernten

Die runde Sorte nennt Joachim Speckbohne.

Stangenbohne
Bohnenvergleich
Stangenbohnen ernten
Bohnen ernten

Wenn schon große Kerne in der Schote sind, sind die Bohnen bereits zu reif und kommen weg. Es gibt viel Ausschuss, sagt Ulrike.

das Innere der Bohnen

Bevor ich gehe, darf ich noch einen Blick in eine kleines Häuschen werfen und da starrt mich diese Maschine an. Und das ist jetzt wirklich eine Maschine! Was es mit dieser Madame auf sich hat, die da so selbstbewusst und breitbeinig steht, erfahrt ihr im nächsten Bericht.

Häckselmaschine

Und hier gehts zum nächsten Bericht: Über das Kraut

Liebe Quitte, was willst du denn mal werden?

Apfelquitten auf einem Haufen

Dieses Jahr gibt es Berge von Quitten auf dem Wochenmarkt. Der heiße, trockene Sommer scheint ihnen gut getan zu haben, ganz im Gegensatz zu manchem anderen. Vielleicht lösen diese knubbeligen Dinger aber auch eine Art von Reflex in mir aus. Ich sehe sie dann überall, will sie unbedingt haben, denke an eine unbeschreibliche Mühsal beim Zerkleinern und finde es dann doch gar nicht so schlimm.

QUITTENMUS

Löffel mit Quittenmus und Apfelquitten

Dieses Quittenmus ist denkbar einfach. Das Zerkleinern der harten Früchte wird umgangen, indem sie vorher gekocht werden.

ZUTATEN:

ein paar Quitten

Zucker je nach Gewicht

1 Bio-Zitrone und deren Abrieb

Schraubgläser oder Ähnliches

ZUBEREITUNG:

Der feine, bittere Flaum auf den Quitten wird mit einem Handtuch abgerieben. Dann werden die Quitten gewaschen und in einem Topf mit Wasser bedeckt zum Kochen gebracht. Wenn sie weich gekocht sind, das Wasser abgießen und die Quitten abkühlen lassen. Jetzt können sie leicht geschält werden. Die geschälten Quitten auf einer Reibe zu Mus reiben bis zum Kerngehäuse. Das Mus abwiegen. Auf 500 g Mus werden 375 g Zucker gerechnet. Den Zucker mit der gleichen Menge (Gewicht) Wasser läutern. Das heißt Zucker und Wasser werden gekocht, bis von einem Löffel ein dünner Faden läuft. Den Läuterzucker mit dem Zitronensaft, dem Zitronenabrieb und dem Quittenmus gemeinsam kochen, bis es auf die gewünschte Konsistenz eindickt. Gläser mit kochendem Wasser sterilisieren, das Wasser abgießen und das Mus heiß einfüllen, zuschrauben und ein paar Minuten auf den Kopf stellen.

Das Quittenmus ist ziemlich süß. Wer das nicht so mag, nimmt einfach weniger Zucker.

Das Mus läßt sich auf das Leckerste weiter verwenden, vielleicht in einem Kuchen oder in einer Torte, im Müsli oder einfach auf dem Brot natürlich.

By |Sonntag, Oktober 28, 2018|Categories: Brotaufstrich, Herbst, Rezepte, Süßes|Tags: , , , , , , |0 Comments