Der Prozessor

Jetzt habe ich es auch – einen Foodprocessor – eine Küchenmaschine, die alles gnadenlos kleinmacht, was sie zwischen die gierigen Messer bekommt. Eigentlich ärgere ich mich immer über Rezepte, in denen nach einer oft ellenlangen Zutatenliste einfach nur noch steht, man soll nun alles in die Küchenmaschine werfen und das Ding so lange laufen lassen, bis es gut ist. Das entspricht nicht meinem Begriff von Kochen. Ich liebe es, die Zutaten mit einem guten Küchenmesser zu zerteilen, das Innere von Knollen zu entdecken, Kräuter zu hacken und den Duft dabei aufzusaugen. Zubereitung von Essen ist für mich meditativ und möchte nicht gestört werden durch Krach und verwirrende Geschwindigkeit. Was also hat in mir das Verlangen nach einer solchen Maschine geweckt?

Zwei Seelen wohnen in meiner Brust. Meditation beim Kochen wird zu verklärter Romantik, wenn es ums Pürieren geht. Durch ein Sieb streichen klingt so einfach, aber das Machen ist meistens nicht so lustig. Den Pürierstab gibt es schon lange bei mir und es gab abenteuerliche Verrenkungen, um beide Hände frei zu haben, während er seine Arbeit leistet. Diese Arbeit war manchmal auch zu gut gemeint und zerspritzte sich im näheren Umkreis. Beim Orangenpressen mal eben für drei Leute am Sonntagmorgen befällt mich lähmende Faulheit, genauso beim Anblick von einem Berg Karotten, die gerne geraspelter Salat werden wollen.

Maschinen verändern das Kochen, aber ich schneide weiter mit der Hand. Rezepte, die ausschließlich mit der Küchenmaschine funktionieren, finde ich nach wie vor doof. Hummus und andere feste Pasten zu machen aber geht toll mit meinem neuen Schatz (ja, das Wort muss jetzt trotzdem auch mal sein). Mit der üblichen Püriermethode lässt sich Hummus ebenfalls problemlos herstellen, – es ist nur etwas mühsamer.

ROTE BETE HUMMUS

ZUTATEN:

220 g gekochte Kichererbsen

200 g gekochte  Rote Bete

1 Knoblauchzehe

1 TL Salz

1 Schluck Zitronensaft

100 g Cashewkerne

1 Pippali (langer Pfeffer)

Olivenöl  und Petersilie nach Bedarf

Hummus ist Kichererbsenpaste und hat einen festen Platz in der traditionellen arabischen und israelischen Küche. Die Grundzutaten sind gekochte Kichererbsen, Knoblauch, Zitronensaft, Olivenöl und Sesammus (Tahin). Das Wort „Hummus“ kommt aus der arabischen Sprache und bedeutet schlicht Kichererbse. Es gibt viele Varianten, zum Beispiel mit Joghurt und unterschiedlichen Gewürzen. In diesem Rezept ist kein Sesammus. Der Hummus (man kann auch das Hummus sagen) wird dadurch etwas leichter.

ZUBEREITUNG:

Die Cashewkerne in einer Pfanne trocken anrösten und abkühlen lassen. Ein paar davon zur Seite legen.

Den Pippali in einem Mörser zerstoßen und mit den Kichererbsen, der Roten Bete und dem Knoblauch pürieren. Mit Zitronensaft und Salz abschmecken. Zum Schluss noch die Nüsse dazugeben und pürieren. Ich finde es gut, wenn sie noch etwas stückig im Hummus sind, deshalb kommen sie am Ende dazu. Aber es ist Geschmacksache, wie fein der Hummus werden soll.

Den Hummus mit Olivenöl beträufeln und mit Petersilie und Cashewkernen „ausgehfertig“ machen.

Schwarzer Pfeffer kann Pippali ersetzen. Aber es lohnt sich einen pippalifreien Haushalt doch mit diesem tollen Gewürz zu bereichern.

Rote Bete Hummus in blauer Schale auf Holzisch mit Cashewkernen und Petersilie
Von |2020-02-03T11:44:14+01:00Donnerstag, März 1, 2018|Dips, Vegan, Vegetarisch, Vorspeisen|0 Kommentare

Roter Rettich im Salat

Auf unserem Wochenmarkt gibt es jetzt Rettiche in allen möglichen Größen und Farben. Der Rote Rettich ist fast zu schön, um ihn zu zerschnippeln. Aber am Ende entkommt er diesem Schicksal natürlich nicht. Wenn bei einem Radieschen vorne gerade mal der Anfang gemacht, ist man auch schon wieder am Ende. Der Rote Rettich aber ist wie ein Stangen-Radieschen, – es dauert, bis das Ende kommt.

Weil ich es gerne erstmal ein bisschen anders mag als üblich, habe ich den Roten Rettich mit Öl in den Ofen geschoben. Er wurde dann lila, eigentlich ganz interessant. Schade, dass er nach dieser Behandlung bitter geschmeckt hat. Ein bisschen bitter finde ich eigentlich ganz gut und Bitterstoffe sind in Maßen auch sehr gesund. Aber als ich dann doch diesen Salat daraus gemacht habe aus frischem Rettich, war das Urteil eindeutig. Frisch, knackig, richtig lecker – Salat muss es sein!

Roter-Rettich

ROTER RETTICHSALAT

mit Getreide

Rettichsalat

Der Rote Rettich ist auch geschnitten noch ein Schmuckstück. In diesem Salat tummelt er sich mit einer Hirse/Buchweizenmischung, Blutorangen, Walnüssen und Blauschimmelkäse.

für vier Personen

ZUTATEN:

2 große Rote Rettiche

3 Orangen

Salz

2 EL Olivenöl

1 EL Himbeeressig

500 g gekochtes Getreide

etwas Butter

ca. 80 g Blauschimmelkäse

(ersatzweise Feta)

ca. 80 g Walnüsse

ZUBEREITUNG:

Die Rettiche mit einer Gemüsebürste unter lauwarmem Wasser gut abschrubben, in dünne Scheibchen schneiden und in einer Schüssel mit Salz bestreuen. Eine viertel Stunde zur Seite stellen.

In der Zwischenzeit aus dem Saft einer Orange (ich habe für dieses Rezept Blutorangen genommen, die auch gerade Saison haben), dem Olivenöl und dem Himbeeressig ein Dressing anrühren. Das Salz hat dem Rettich etwas Wasser entzogen, dass jetzt abgegossen wird. Danach die Rettichscheiben in das Dressing mischen.

Das gekochte Getreiden (im Foto ist es eine Mischung aus Hirse und Buchweizen) mit etwas Butter in der Pfanne erwärmen.

Die zwei übrigen Orangen schälen und in dünne Scheiben schneiden. Auf vier Salattellern auslegen und das Getreide darauf anrichten. Den Rettich darüber geben. Die Walnüsse in der Hand etwas zerdrücken und zusammen mit dem zerbröselten Blauschimmelkäse über den Salat streuen. Das übrige Dressing drüber träufeln – fertig.

Rettichsalat
Rettichsalat
Von |2020-02-01T18:27:37+01:00Donnerstag, Februar 1, 2018|Salate, Vegetarisch, Vorspeisen|0 Kommentare

Tanzende Ballerinas auf dem Teller

Viele wollen Rezepte haben, die möglichst schnell und einfach gehen. Dieses hier ist wahrscheinlich ein Solches. Trotzdem braucht es Zeit. Sie lässt sich nicht berechnen und ist allein dafür da, die Zucchiniblüten zu betrachten, sie von allen Seiten zu untersuchen, an ihren zarten Röckchen zu zupfen und ein eilig davon huschendes Insekt zu beobachten, dessen Zuhause sie bisher waren.

Zucchiniblueten
Zucchinibluete
Zucchinibluete
Zucchinibluete
Zucchinibluete

Es gibt die kleinen männlichen Blüten, die in einem dünnen Teig aus Mehl, Ei und einer Flüssigkeit gewendet und frittiert werden können, oder die größeren weiblichen Blüten,  die mit allem Essbaren was in den Sinn kommt gefüllt werden können. Diese Ricotta-Pinienkerne-Mohn-Füllung ist zwar köstlich aber daher ein Beispiel. Nur an den weiblichen Blüten wachsen übrigens die Zucchinifrüchte. Man bekommt auch Blüten, an denen noch eine kleine Zucchini dran ist.

Zucchiniblüten welken rasch und sollten schnell verarbeitet werden.

Zucchiniblüten

mit Ricotta gefüllt

Zucchiniblueten gefuellt
Zucchinibluetengefuellt

ZUTATEN:

12 – 16  große Zucchiniblüten

Olivenöl zum Beträufeln

Für die Füllung:

200 g Ricotta

2 EL Pinienkerne

1 kleine Zucchini

1/2 TL Zitronenschalenabrieb

1 EL Mohn

1/2 TL Salz

Pfeffer, frisch gemahlen

ZUBEREITUNG:

Die Zucchiniblüten mit einem Backpinsel vorsichtig putzen und behutsam an der Seite aufschlitzen. Den Stempel im Inneren entfernen.

Für die Füllung die Zucchini waschen, den Strunk entfernen und grob raspeln. Die Pinienkerne in einer trockenen Pfanne anrösten und hacken. Zucchiniraspeln und Pinienkerne mit den anderen Zutaten für die Füllung vermischen. Abschmecken.

Ofen auf 180 °C vorheitzen.

Die Zucchiniblüten mit der Ricottamischung befüllen und an der Spitze zudrehen. Nebeneinander in eine Auflaufform legen und mit Olivenöl beträufeln.

Ca. 20 Minuten im Ofen backen.

Dieses Gericht eignet sich als Vorspeise, aber auch als Beilage. Die Zucchiniblüten lassen sich am Stil fassen und bis zum Stilansatz abbeißen.

Zucchiniblueten gefuellt
Zucchiniblueten gefuellt
Zucchiniblueten gefuellt
Von |2020-01-31T19:10:35+01:00Dienstag, Juli 4, 2017|Schmuckstücke, Sommer, Vegetarisch, Vorspeisen|0 Kommentare